Geh in
den Garten am Barbaratag.
Gehe
zum kahlen Kirschbaum und sag:
Kurz
ist der Tag, grau ist die Zeit.
Der
Winter beginnt, der Frühling ist weit.
Doch
in drei Wochen, da wird es geschehn:
Wir
feiern ein Fest, wie der Frühling so schön.
Baum,
ein Zweig gib du mir von dir.
Ist er
auch kahl, ich nehm ihn mit mir:
Und er
wird blühen in seeliger Pracht
mitten im Winter in der
heiligen Nacht. |
Barbara,
hl. (4. Dezember)
Am
Fest der heiligen Barbara, dem 4. Dezember, stellen die Menschen
vielerorts Kirschzweige ins Wasser und an einen warmen Ort. Die
Barbara-Zweige sollen zu Weihnachten blühen. Das vermeintliche
Wunder blühender Zweige verdeutlicht das Wunder der heiligen
Nacht: In Jesus wird Gott Mensch und gibt so der Schöpfung
eine neue Würde.
Die heilige Barbara lebte vor rund 1.600 Jahren in Nikomedien, dem
heutigen Izmid in der Türkei. Sie zählt zu den
vierzehn Nothelfern, und wie bei fast allen Nothelfern ist ihr Leben
von Legenden überdeckt. Diese berichten, daß das
Mädchen wegen seiner außergewöhnlichen
Schönheit und seines scharfen Verstandes hoch angesehen war.
Die reichsten Jünglinge warben um Barbara. Sie wies aber jeden
zurück. Immer wieder begab sie sich zu einer kleinen Gruppe
Christen, die damals in ständiger Angst vor den kaiserlichen
Christenverfolgern im Verborgenen lebten. In langen Gesprächen
versuchte das junge Mädchen, den Glauben dieser Menschen zu
verstehen.
Barbaras Vater, ein Christenhasser, schleppte seine Tochter jedoch vor
den Statthalter. Der ließ Barbara geißeln und mit
Keulen schlagen. Von ihrem Glauben rückte sie dennoch nicht
ab. Auf dem Weg ins Gefängnis soll sich ein Kirschzweig im
Kleid der Heiligen verfangen haben. Als Barbara hingerichtet wurde,
stand der Zweig in voller Blüte. Folgende Wort der
Glaubenszeugin sind überliefert: "Du schienst wie tot. Aber du
bist aufgeblüht zu schönerem Leben. So wird es auch
mit meinem Tod sein. Ich werde zu neuem, ewigem Leben
aufblühen!".
Barbara gilt als Patronin der Bergleute. Dieses Patronat geht auf die
Legende zurück, dass ein sich öffnender Felsen
Barbara auf der Flucht vor ihrem Vater zunächst Schutz geboten
habe.
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